Anamnesebogen EMS-Gesichts­behandlung: kostenlose PDF-Vorlage

Der KROND-Anamnesebogen zur EMS-Gesichtsbehandlung klärt vor der ersten Sitzung ab, was die Behandlung ausschließt, verschiebt oder verändert: aktive elektronische Implantate, Epilepsie, Metall und Lifting-Fäden im Feld, Fristen nach Operation, tiefem Peeling und Isotretinoin sowie die Zonen, die frei bleiben. Druckfertig in DIN A4, jede Frage auf dieser Seite erklärt, in der Reihenfolge des Bogens.

Anamnesebogen EMS-Gesichtsbehandlung: drei DIN-A4-Seiten der KROND-Vorlage mit Fragen zu Strom, Wärme und ärztlicher Freigabe
Aufbau

Die drei Teile und das Beiblatt: Wer füllt was aus?

Der Anamnese- und Einwilligungsbogen zur EMS-Gesichtsbehandlung besteht aus drei Teilen und einem Beiblatt. Die Seiten sind nach Ausfüller getrennt: Keine Seite mischt Angaben der Kund:in mit denen der Behandler:in.

Aufbau des Anamnesebogens zur EMS-Gesichtsbehandlung
TeilWer füllt aus, wann
Teil 1 · Anamnesebogen · AnamneseKund:in, einmalig bei der Erstaufnahme
Teil 1 · Anamnesebogen · BefundBehandler:in, vor der ersten Sitzung
Teil 2 · Aufklärungnur zum Lesen, nichts auszufüllen
Teil 3 · EinwilligungKund:in und Behandler:in gemeinsam, dann unterschreiben
BeiblattBehandler:in, bei jeder Sitzung

Die Kund:in kreuzt Nein oder Ja an. Nur bei Ja erscheint darunter ein kurzes Zusatzfeld, und bei Unsicherheit wird nichts angekreuzt, sondern nachgefragt.

Der Inhalt der Aufklärung folgt § 3 Absatz 1 Nummer 6 NiSV: Anwendung und Wirkung, gesundheitliche Risiken und Nebenwirkungen, mögliche Alternativen mit ihren Risiken, der individuelle Behandlungsplan und die mögliche Notwendigkeit einer vorherigen fachärztlichen Abklärung. Beratungsprotokoll und Einverständniserklärung sind in Deutschland zehn Jahre aufzubewahren; dieser Bogen erfüllt beide Zwecke.

Die sechs Kategorien und was sie auslösen

Vor jeder Ja-Nein-Frage steht ein Code, zum Beispiel A.3.1. Der Buchstabe ist eine von sechs Kategorien, die die Fußzeile jeder auszufüllenden Seite erklärt; die Zahlen zeigen, wo die Frage im Bogen steht.

Die sechs Kategorien des Anamnesebogens zur EMS-Gesichtsbehandlung
KategorieBedeutung laut BogenWo im Bogen
S · StoppBehandlung ausgeschlossen, nicht durch Warten lösbarFragen mit Ausschluss, Fachkunde und Rechtslage
P · ParameterBehandlung möglich, mit angepasster EinstellungHaut und Stufenwahl
A · Arztnur mit schriftlicher ärztlicher FreigabeVorerkrankungen mit ärztlicher Freigabe
Z · Zonenur die betroffene Stelle wird ausgespartMetall und Implantate im Feld, Sichtbefund
F · FristTermin verschieben, frühesten Zeitpunkt ausrechnenKarenzfenster vor der Sitzung
D · Dokuohne Folge, nur für die KundenakteAllgemeine Gesundheitsfragen
Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Person und geplantes Gesichtsfeld: Welche Angaben stehen im Kopf des Bogens?

Vor den Fragen trägt die Kund:in Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Adresse, Telefon, E-Mail und die gewünschten Zonen ein, also Stirn, Wange, Kieferlinie und den submentalen Bereich. Im Kopf der ersten Seite stehen Studio und Anschrift, Datum und Kunden-Nr.; in das leere Feld oben links kommt das Logo des Studios.

Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Fragen, die Strom und Wärme ausschließen: Wann ist eine EMS-Gesichtsbehandlung nicht möglich?

Zehn Fragen tragen den Code S. Trifft eine zu, wird nicht behandelt, und auch ein späterer Termin ändert daran nichts. Der Grund ist die Wirkweise: Strom durch das Gesicht und Wärme in der Haut lassen sich nicht durch eine schwächere Einstellung ersetzen.

Ausschlussfragen S.2.1 bis S.2.10 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen
S.2.1Tragen Sie ein aktives elektronisches Implantat?Herzschrittmacher, Defibrillator, Neurostimulator, Insulinpumpe oder Cochleaimplantat, an jeder Stelle des Körpers.
S.2.2Haben Sie Epilepsie oder eine andere neurologische Erkrankung?zum Beispiel Anfallsleiden oder multiple Sklerose.
S.2.3Hatten Sie jemals Krebs, auch Hautkrebs?ebenso bei laufender Strahlen- oder Chemotherapie und bei auffälligen Muttermalen im Feld.
S.2.4Haben Sie eine Herzrhythmusstörung oder eine Herzerkrankung?
S.2.5Hatten Sie eine Thrombose, eine Venenentzündung oder eine Gefäßerkrankung?
S.2.6Neigen Sie zu Blutungen oder nehmen Sie gerinnungshemmende Medikamente?
S.2.7Sind Sie schwanger, stillen Sie oder läuft eine künstliche Befruchtung?
S.2.8Ist Ihr Gefühl für Wärme oder Schmerz im Gesicht oder am Hals verändert?die Sicherheit hängt an Ihrer Rückmeldung während der Sitzung. Betäubende Cremes sind vorher und während der Sitzung nicht erlaubt.
S.2.9Haben Sie eine bekannte Allergie gegen Elektrodenmaterial oder Kontaktgel?die Patch-Elektroden haften über ein Hydrogel auf der Haut.
S.2.10Sind Sie unter 18 Jahre alt?

Diese Punkte stehen so in den Gebrauchsanweisungen der Geräte dieser Modalität, die aktive elektronische Implantate, Epilepsie und andere neurologische Erkrankungen, Krebs in der Vorgeschichte, Herzrhythmusstörungen, Thrombose und Gefäßerkrankungen, Blutungsneigung und gerinnungshemmende Medikamente, Schwangerschaft und Stillzeit, Gefühlsstörungen im Behandlungsfeld und eine Allergie gegen das Elektrodenmaterial als Kontraindikation nennen und die Anwendung ausdrücklich Erwachsenen vorbehalten. Zum Implantat kommt eine behördliche Aussage hinzu: Das Bundesamt für Strahlenschutz hält fest, dass elektrische und magnetische Felder Herzschrittmacher und andere elektronische Implantate schon unterhalb der Grenzwerte beeinflussen können.

Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Vorerkrankungen mit ärztlicher Freigabe: Wann muss die Ärztin vorher zustimmen?

Acht Fragen tragen den Code A. Sie schließen nicht aus, doch bei Ja wird erst behandelt, wenn die schriftliche Freigabe einer Ärztin oder eines Arztes vorliegt. Die Freigabe nennt die Behandlung mit elektrischer Muskelstimulation und Radiofrequenz im Gesicht ausdrücklich; der Bogen hält fest, wer freigegeben hat, mit Fachrichtung und Datum, und dass eine Kopie beiliegt.

Gesundheitsfragen A.3.1 bis A.3.8 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen
A.3.1Haben Sie einen schlecht eingestellten Bluthochdruck?
A.3.2Haben Sie eine schlecht eingestellte Stoffwechsel- oder Schilddrüsenerkrankung?zum Beispiel Diabetes.
A.3.3Ist Ihr Immunsystem geschwächt oder nehmen Sie immunsuppressive Medikamente?
A.3.4Haben Sie eine Autoimmunerkrankung der Haut oder eine Kollagenerkrankung?zum Beispiel Lupus, Sklerodermie oder Psoriasis im Behandlungsfeld.
A.3.5Haben Sie eine Nieren- oder Lebererkrankung?
A.3.6Haben Sie Tuberkulose oder eine Hepatitis?
A.3.7Haben Sie Nervenschmerzen oder eine Nervenlähmung im Gesicht?zum Beispiel Trigeminusneuralgie oder Fazialisparese.
A.3.8Gibt es eine schwere psychische Erkrankung, die die Verständigung während der Sitzung erschwert?die Einstellung wird laufend nach Ihrer Rückmeldung geregelt.

Die Gebrauchsanweisungen dieser Modalität nennen diese Zustände als Kontraindikation, lassen aber Raum für eine Einzelfallentscheidung, sobald ein Arzt oder eine Ärztin sie beurteilt hat; deshalb stehen sie im Bogen als ärztliche Freigabe und nicht als Stopp. Die NiSV verlangt ohnehin, in der Beratung auf die mögliche Notwendigkeit einer vorherigen fachärztlichen Abklärung hinzuweisen (§ 3 Absatz 1 Nummer 6 Buchstabe e).

Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Karenzfenster vor der Sitzung: Wie lange wartet man nach Operation, Peeling oder Isotretinoin?

Sechs Fragen tragen den Code F. Bei Ja wird der Termin verschoben: Die Kund:in trägt ein, wann der Punkt zuletzt zutraf, und daraus wird der frühestmögliche Tag ausgerechnet. Vor jeder weiteren Sitzung werden diese Punkte auf dem Beiblatt kurz bestätigt.

Fragen zum Zeitpunkt F.4.1 bis F.4.6 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen / Frei ab
F.4.1Haben Sie Fieber, eine akute Infektion oder eine akute Entzündung?frei nach Abklingen
F.4.2Ist die Haut im Behandlungsfeld gerade nicht intakt?offene oder nicht verheilte Wunde, Ausschlag, Ekzem, aktiver Herpes oder frisches Permanent-Make-up. Frei nach vollständiger Abheilung.
F.4.3Wurden Sie im Behandlungsfeld in den letzten drei Monaten operiert?auch wenn die Stelle noch nicht vollständig verheilt ist. Frist: 3 Monate.
F.4.4Hatten Sie im Behandlungsfeld in den letzten drei Monaten ein tiefes Peeling, eine Dermabrasion oder ein Resurfacing?Frist: 3 Monate
F.4.5Nehmen Sie Isotretinoin oder haben Sie es in den letzten zwölf Monaten genommen?Aknemittel. Die Gebrauchsanweisung der Modalität nennt eine Einnahme in den letzten zwölf Monaten als Ausschluss. Frist: 12 Monate.
F.4.6Hatten Sie Botulinumtoxin oder Filler im oder nahe dem Behandlungsfeld?die Behandlung ist damit gut kombinierbar, frische Injektate sollen aber erst einheilen, bevor Wärme und Kontraktion einwirken. Botulinumtoxin und Filler: zwei Wochen, empfohlen.

Die Fristen in F.4.1 bis F.4.5 stehen so in den Gebrauchsanweisungen dieser Modalität. Für Botulinumtoxin und Filler nennt keine Gebrauchsanweisung und kein Rechtstext eine Frist, deshalb sind die zwei Wochen im Bogen als empfohlen gekennzeichnet.

Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Metall und Implantate im Feld: Was passiert bei Zahnspange, Platten oder Lifting-Fäden?

Drei Fragen tragen den Code Z. Radiofrequenz erwärmt Metall, deshalb wird die Stelle ausgespart und die übrige Fläche regulär behandelt. Der Bogen hält Lage, Art und Datum fest, und die Behandler:in überträgt beides in den Zonenplan.

Fragen zu Metall und Implantaten Z.5.1 bis Z.5.3 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen
Z.5.1Haben Sie Metall im Gesicht, am Hals oder am Rücken?Platten, Schrauben, Zahnimplantate, feste Zahnspange. Der Rücken zählt mit, weil dort die Neutralelektrode liegt.
Z.5.2Haben Sie ein dauerhaftes Implantat nahe dem Behandlungsfeld?zum Beispiel ein Gesichtsimplantat oder ein Silikonimplantat.
Z.5.3Haben Sie Lifting-Fäden im Behandlungsfeld?Fadenlifting, auch resorbierbare Fäden. Lage und Datum werden eingetragen.

Die Gebrauchsanweisungen dieser Modalität nennen Metallimplantate nahe dem Behandlungsfeld oder nahe der Neutralelektrode und dauerhafte Implantate nahe dem Feld als Kontraindikation. Lässt sich eine Stelle nicht aussparen, wird sie nicht behandelt.

Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Haut, Empfindlichkeit und Stufenwahl: Was senkt die Radiofrequenz-Stufe?

Drei Fragen tragen den Code P. Bei Ja wird behandelt, mit angepasster Einstellung. Die genannten Anpassungen sind Empfehlungen aus der fachlichen Praxis, keine Vorgabe einer Quelle.

Fragen zu Haut und Einstellung P.6.1 bis P.6.3 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen
P.6.1Haben Sie empfindliche Haut oder neigen Sie zu schneller Rötung?niedrigere Radiofrequenz-Stufe, kürzere Dauer. Im akuten Schub wird nicht behandelt, siehe Karenzfenster vor der Sitzung.
P.6.2Bleiben nach Entzündungen oder Pickeln dunkle Flecken zurück?Neigung zu Hyperpigmentierung. Die Einstellung wird schonender gewählt, ein Ausschluss ist es nicht.
P.6.3Hatten Sie im Behandlungsfeld schon einmal Herpes?bei Veranlagung kann eine Sitzung einen Schub auslösen. Vorbeugung nach ärztlicher Anweisung, siehe Haut vor der Sitzung, Pflege danach.

Der Hauttyp spielt bei dieser Behandlung keine Rolle. Elektrische Stimulation und Radiofrequenz wirken nicht über das Pigment der Haut, und die Gebrauchsanweisung der Modalität nennt keine Einschränkung nach Hauttyp. Dunklere Haut ist hier also weder Ausschluss noch Anpassung, anders als bei der Laser-Haarentfernung, die über das Melanin wirkt.

Anamnese · Von der Kund:in auszufüllen

Angaben für die Kundenakte: Was wird ohne Folge für die Behandlung erfasst?

Sechs Fragen tragen den Code D. Sie haben keine unmittelbare Folge für die EMS-Gesichtsbehandlung und helfen der Behandler:in, die Kund:in ganzheitlich einzuschätzen. Unter der Liste steht ein Feld für Erläuterungen.

Allgemeine Gesundheitsfragen D.7.1 bis D.7.6 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen
D.7.1Nehmen Sie dauerhaft Medikamente?
D.7.2Läuft gerade eine medizinische Behandlung?
D.7.3Haben Sie Allergien oder Unverträglichkeiten?
D.7.4Hatten Sie schon ästhetische Behandlungen im Gesicht?zum Beispiel Microneedling, Ultraschall, Laser oder eine andere Gerätebehandlung.
D.7.5Knirschen Sie mit den Zähnen oder haben Sie Beschwerden im Kiefergelenk?die Stimulation bewegt die Gesichtsmuskulatur, die Angabe hilft bei der Zonenwahl.
D.7.6Gibt es weitere Erkrankungen oder Operationen, die wir wissen sollten?
Befund · Von der Behandler:in auszufüllen

Sichtbefund vor dem Anlegen der Patches: Welche Stellen werden ausgespart?

Ab hier füllt die Behandler:in aus, vor der ersten Sitzung. Sie prüft Gesicht, Kieferlinie und den submentalen Bereich mit dem Auge und trägt ein, was ausgespart wird.

Hautbefund Z.8.1 bis Z.8.3 des Anamnesebogens
CodeFrage im BogenErläuterung im Bogen
Z.8.1Finden sich Stellen, die ausgespart werden müssen?aktiver Herpes, offene oder nicht verheilte Läsion, Ausschlag, Ekzem, Psoriasis oder Rosazea im Schub, auffälliges Muttermal, Narbe, erweiterte Gefäße, Schwellung, Metall oder Faden.
Z.8.2Liegt frischer Filler im geplanten Feld?innerhalb des Karenzfensters die Zone schonen oder den Termin schieben, siehe Karenzfenster vor der Sitzung.
Z.8.3Liegt an der geplanten Stelle der Neutralelektrode Metall oder verletzte Haut?bei Ja anderen Platz wählen. Die Kund:in darf unter der Neutralelektrode keine Wärme spüren.

Was ein Befund im Bogen auslöst

  • Aktiver Herpes, offene Läsion oder Infektion: Sitzung verschieben, bis abgeheilt.
  • Ausschlag, Ekzem, Psoriasis oder Rosazea im Schub: Stelle aussparen oder verschieben.
  • Auffälliges Muttermal, also Asymmetrie, unscharfer Rand oder Veränderung: nicht behandeln, dermatologisch abklären.
  • Narbe, erweiterte Gefäße oder ausgeprägte Schwellung: Stelle aussparen; ist das nicht möglich, nicht behandeln.
  • Metall, Implantat oder Lifting-Faden: Stelle und Umgebung aussparen.

Zonenausschluss statt Absage: Ein Befund schließt eine Stelle aus, nicht die Kund:in. Die Haut muss im gesamten Feld intakt sein, das Feld unbehaart und ohne Make-up.

Befund · Von der Behandler:in auszufüllen

Zonen und Applikatorlage: Welche Bereiche im Gesicht werden behandelt, welche nicht?

Behandelt werden die Hebermuskeln des Gesichts. Ausgabetiefe und Stufe richten sich nach Zone und Befund, die Bezeichnungen folgen der Gebrauchsanweisung des eingesetzten Geräts. Der Bogen hält die geplanten Zonen, die Ausgabetiefe und die Lage der Neutralelektrode fest.

Zonen, Zielstruktur und Grenzen der Applikatorlage im Anamnesebogen
ZoneZielstruktur und AusgabetiefeGrenze der Applikatorlage
St · StirnStirn über der Braue, Brauenheber · Epidermis, Dermisnicht über Braue, Haaransatz oder Haar
Wa · WangeWange und Mittelgesicht · Dermis, SMASnicht über Lippen, Mund nicht abdecken
Ki · KieferlinieKieferlinie und Kontur · Dermis, SMASnicht über Bart oder Haar
Su · SubmentalSubmentaler Bereich unter dem Kinn · Dermisnicht über Karotis oder Schilddrüse
Pe · PeriorbitalPeriorbital, außerhalb des Orbitarands · Epidermisnicht auf dem Lid, nicht über dem Auge

Nicht behandelt wird

  • über dem Auge und auf dem Augenlid
  • den Mund abdeckend
  • an der Vorderseite des Halses, besonders über dem Karotissinus
  • über der Schilddrüse
  • mit Stromfluss über den Scheitel oder durch den Kopf
  • an Brust, oberem Rücken oder das Herz kreuzend

Reduziert wird bei der ersten Sitzung und bei empfindlicher Haut, mit niedrigerer Radiofrequenz-Stufe und kürzerer Dauer; diese Anpassung ist eine Empfehlung. Die Intensität wird laufend nach der Rückmeldung der Kund:in geregelt, und die Abbruchtaste bleibt in ihrer Hand. Betäubende Mittel sind vor und während der Sitzung nicht erlaubt, weil sie die Rückmeldung verfälschen.

Die Zonengrenzen und die Liste der freien Bereiche stehen so in den Gebrauchsanweisungen dieser Modalität: keine Anwendung über dem Auge, den Mund abdeckend, an der Vorderseite des Halses besonders über dem Karotissinus, über der Schilddrüse, mit Stromfluss über den Scheitel oder von Elektroden an Brust und oberem Rücken oder das Herz kreuzend.

Befund · Von der Behandler:in auszufüllen

Fachkunde und Rechtslage: Wer darf die EMS-Gesichtsbehandlung durchführen? (DE, AT, CH)

Drei Fragen tragen den Code S, eine je Land. Die Behandler:in kreuzt zuerst das Betriebsland an und bestätigt dann den eigenen Nachweis. Die EMS-Gesichtsbehandlung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht arztvorbehalten, verlangt aber je Land einen Nachweis.

Rechtslage und Fachkunde S.10.1 bis S.10.3 des Anamnesebogens
CodeLand und NachweisErläuterung im Bogen
S.10.1Deutschland. Zwei Fachkundegruppen, weil das Gerät zwei Energieformen abgibt.NiSV: Radiofrequenz nach § 6 Absatz 1 (Gruppe EMF-Kosmetik, Module GK und EK, 116 LE) und Muskelstimulation im Gesicht und an der Halsvorderseite nach § 7 Absatz 3 (Gruppe EMF-Stimulation zu kosmetischen Zwecken, Module GK und ES, 101 LE). Keine Trainerlizenz, die verlangt Anlage 3 Teil E Abschnitt 2 nur für die Körperanwendung nach § 7 Absatz 1.
S.10.2Österreich. Reglementiertes Kosmetikgewerbe.§ 94 Z 42 GewO 1994, Kosmetik (Schönheitspflege), mit Befähigungsnachweis. Das ÄsthOpG nennt in § 4 Absatz 2 die Faltenbehandlung mit Radiofrequenz als ärztliche Tätigkeit, nimmt gewerbliche Tätigkeiten aber in § 1 Absatz 3 ausdrücklich aus.
S.10.3Schweiz. Sachkundenachweis „Haut und Pigmentierung“.Die Faltenbehandlung mit Radiofrequenz und Niederfrequenz gehört laut BAG-Vollzugshilfe zum 2. Abschnitt V-NISSG zu diesem Nachweis. Bei Multifunktionsgeräten dürfen nur die Technologien des eigenen Nachweises verwendet werden. Der Körper-Nachweis „Cellulite und Fettpolster“ genügt nicht.

Welche Pflichten hat der Betrieb in Deutschland?

  • Anzeige des Betriebs bei der zuständigen Behörde spätestens zwei Wochen vor Inbetriebnahme, mit Nachweis der Fachkunde (§ 3 Absatz 3 NiSV).
  • Beratung und Aufklärung vor der Anwendung, dokumentiert als Beratungsprotokoll, mit dem Einverständnis der behandelten Person (§ 3 Absatz 1 Nummer 6 und Absatz 2 NiSV).
  • Gerätedokumentation, Einweisung der anwendenden Person, Prüfung vor jeder Anwendung, Instandhaltung nach Herstellerangaben (§ 3 Absatz 1 und 2 NiSV).
  • Kein Arztvorbehalt für diese Behandlung: § 6 Absatz 2 NiSV behält Hochfrequenzanwendungen nur dann Ärztinnen und Ärzten vor, wenn die Epidermis verletzt wird oder die Anwendung der thermischen Fettgewebereduktion oder der Behandlung von Gefäß- oder pigmentierten Hautveränderungen dient. § 8 NiSV betrifft die Stimulation des zentralen Nervensystems, also die transkranielle Anwendung, nicht die Muskelstimulation im Gesicht.

Zum Gerät: Die Konformität folgt der Niederspannungs- und der EMV-Richtlinie oder, bei medizinischer Zweckbestimmung, der Verordnung (EU) 2017/745; in der Schweiz der MepV oder der NEV. Anhang XVI der Verordnung (EU) 2017/745 erfasst dieses Gerät nicht: Die dortige Gruppe für Hautbehandlungen nennt ausdrücklich hochintensive elektromagnetische Strahlung in Form von Infrarot, sichtbarem Licht und UV, und die Gruppe für Hirnstimulation betrifft die transkranielle Anwendung.

Befund · Von der Behandler:in auszufüllen

Entscheidung und Begründung: Wie hält der Bogen die Freigabe der Sitzung fest?

Das letzte Feld von Teil 1 ist ein Pflichtfeld. Die Behandler:in kreuzt eine von sechs Entscheidungen an und begründet sie schriftlich.

  • behandeln
  • behandeln mit reduzierter Stufe
  • einzelne Zonen aussparen
  • ärztliche Freigabe abwarten
  • verschieben auf ein Datum
  • ablehnen und verweisen

Die Begründung schließt die Anamnese ab: Sie verbindet die Antworten aus den Fragen davor mit der Einstellung, die in der ersten Sitzung tatsächlich gefahren wird.

Aufklärung · Nur zum Lesen

Anwendung und Wirkung: Wie funktioniert die EMS-Gesichtsbehandlung?

Teil 2 ist nur zum Lesen, hier ist nichts auszufüllen. Der erste Abschnitt erklärt die Anwendung und ihre Wirkung, wie es § 3 Absatz 1 Nummer 6 Buchstabe a NiSV verlangt.

  • Zwei Energieformen gleichzeitig: Patch-Elektroden auf der Haut geben Stromimpulse ab, die die Gesichtsmuskulatur zur Kontraktion bringen. Parallel erwärmt Radiofrequenz die Lederhaut.
  • Muskel und Haut: Die Kontraktionen trainieren die Hebermuskeln, die Wärme regt in der Haut den Aufbau von Kollagen und Elastin an.
  • Ablauf einer Sitzung: Reinigen der Haut, Ablegen von Schmuck, Anlegen der Patches und der Neutralelektrode, langsames Hochfahren der Intensität nach der Rückmeldung der Kund:in.
  • Dauer und Serie: je Zone etwa 20 bis 45 Minuten, vier Sitzungen mit zwei bis vierzehn Tagen Abstand.
  • Was die Kund:in spürt: ein deutliches Ziehen und Kontrahieren der Muskeln und ein Wärmegefühl. Die Haut bleibt intakt, in der Regel ohne Ausfallzeit.
Aufklärung · Nur zum Lesen

Nebenwirkungen von Strom und Wärme: Was ist nach der Sitzung normal?

Der Bogen trennt, was zu erwarten ist, von dem, was selten vorkommt. Inhalt nach § 3 Absatz 1 Nummer 6 Buchstabe b NiSV.

Häufig und zu erwarten

  • Rötung und leichte Schwellung im behandelten Bereich, die meist innerhalb von 2 bis 24 Stunden abklingen
  • Wärmegefühl während der Sitzung und kurz danach
  • trockene Haut in den ersten zwölf Stunden, meist innerhalb von 48 Stunden abgeklungen
  • Muskelschmerz ähnlich einem Muskelkater und vorübergehende Muskelverspannung

Selten bis sehr selten

  • vorübergehende Veränderung der Hautoberfläche mit Krustenbildung, Blase oder Verbrennung
  • fokale Überwärmung an Metall im Feld, deshalb wird die Stelle ausgespart
  • Wärme unter der Neutralelektrode, Grund zum sofortigen Abbruch
  • Kontaktreaktion auf das Hydrogel der Patches
  • Aufflammen von Herpes bei entsprechender Veranlagung
  • vorübergehendes Taubheits- oder Kribbelgefühl
Aufklärung · Nur zum Lesen

Alternativen: Welche Alternativen zur EMS-Gesichtsbehandlung gibt es?

Über mögliche Alternativen und deren Risiken ist vor der Anwendung aufzuklären, so steht es in § 3 Absatz 1 Nummer 6 Buchstabe c NiSV. Der Bogen nennt vier Wege.

  • Keine Behandlung: Der Befund bleibt, wie er ist. Kein Risiko durch Strom oder Wärme.
  • Pflege und manuelle Behandlung: kosmetische Pflege, Massage oder manuelle Lymphdrainage. Geringes Risiko, kein Effekt auf den Muskeltonus.
  • Andere Gerätebehandlungen: Radiofrequenz oder Ultraschall ohne Muskelstimulation, Microneedling, Laser. Jedes Verfahren hat eigene Risiken, eigene Fachkunde und eigene Ausschlüsse; bei verletzter Hautbarriere gilt in Deutschland der Arztvorbehalt.
  • Ärztliche Verfahren: Botulinumtoxin, Filler, Fadenlifting oder Operation. Diese Eingriffe sind Ärzt:innen vorbehalten, wirken tiefer und tragen entsprechend höhere Risiken.

Diese Aufzählung ersetzt keine ärztliche Beratung. Welche Option zum Befund passt, entscheidet die Kund:in nach der Aufklärung selbst.

Aufklärung · Nur zum Lesen

Sitzungsplan und erreichbares Ergebnis: Wie viele Sitzungen braucht die EMS-Gesichtsbehandlung?

Vier Sitzungen mit zwei bis vierzehn Tagen Abstand, so empfiehlt es die Gebrauchsanweisung der Modalität; danach folgt eine Auffrischung in größeren Abständen. Der Abschnitt deckt den individuellen Behandlungsplan und den Hinweis auf eine mögliche fachärztliche Abklärung ab (§ 3 Absatz 1 Nummer 6 Buchstabe d und e NiSV).

  • Der Plan steht im Bogen: Zonen, Ausgabetiefe, Stufe und Dauer werden unter Zonen und Applikatorlage und Entscheidung und Begründung festgelegt und bei jeder Sitzung auf dem Beiblatt dokumentiert.
  • Verlauf: Ein Teil der Straffung ist oft direkt spürbar, der Aufbau von Muskeltonus und Kollagen entfaltet sich über Wochen.
  • Kein garantiertes Ergebnis: Der Effekt ist individuell verschieden und hängt von Ausgangsbefund, Alter und Lebensstil ab.
  • Eine Erhaltungsbehandlung, keine Dauerlösung: Die natürliche Alterung von Muskel und Haut setzt sich fort.
  • Fachärztliche Abklärung: Bei den Fragen aus Vorerkrankungen mit ärztlicher Freigabe ist vor der ersten Sitzung eine schriftliche ärztliche Freigabe nötig.
  • Kostenübernahme: ästhetische Leistung, von keiner Versicherung übernommen, auch nicht bei Nebenwirkungen.
Aufklärung · Nur zum Lesen

Haut vor der Sitzung, Pflege danach: Was ist vor und nach der Behandlung zu beachten?

Vor der Sitzung

  • Schmuck im Behandlungsfeld ablegen.
  • Haut gereinigt und ohne Make-up oder andere Kosmetik, damit die Patches vollflächig haften.
  • Behandlungsfeld unbehaart, bei Bedarf vorher rasieren.
  • Keine betäubende Creme und kein anderes Mittel, das das Empfinden verändert, vor oder während der Sitzung.
  • Karenzfenster aus Karenzfenster vor der Sitzung eingehalten, bei Herpesanamnese Vorbeugung nach ärztlicher Anweisung.

Nach der Sitzung

  • Rötung, leichte Schwellung und Wärme klingen meist innerhalb von 2 bis 24 Stunden ab, trockene Haut innerhalb von 48 Stunden.
  • Sanfte, feuchtigkeitsspendende Pflege, den Bereich nicht reiben (empfohlen).
  • Für 24 Stunden kein intensiver Sport, keine Sauna, kein starkes Erhitzen des Gesichts (empfohlen).
  • Lichtschutz auf der behandelten Haut für einige Tage (empfohlen).

Sitzung sofort abbrechen bei

  • nicht erträglicher Wärme oder brennendem Gefühl
  • stechendem Schmerz, nicht bloßem Kontraktionsgefühl
  • Wärme unter der Neutralelektrode
  • Abblassen oder Weißfärbung der Haut
  • starker, sofort einsetzender Rötung oder Quaddeln
  • ungewöhnlicher Muskelreaktion oder Krampf

Die Kund:in hat die Abbruchtaste in der Hand und ist angewiesen, sie sofort zu drücken. Danach: Energie stoppen, Patches und Neutralelektrode abnehmen, Stelle beurteilen, kühlen, das Ereignis gesondert dokumentieren. Vor der nächsten Sitzung Ursache klären und die Einstellung anpassen.

Einwilligung · Von Kund:in und Behandler:in

Daten, Fotos und Aufbewahrung: Wie lange bleibt der Bogen im Studio?

In Deutschland sind das Beratungsprotokoll und die Einverständniserklärung zehn Jahre aufzubewahren und danach unverzüglich zu löschen, so steht es in § 3 Absatz 2 NiSV. Dieser Bogen erfüllt beide Zwecke. Die Dokumentation unterliegt der Datenschutz-Grundverordnung und wird nicht an Dritte weitergegeben; es bestehen die Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung im Rahmen der Aufbewahrungspflichten sowie Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde.

Für Fotos trennt der Bogen zwei Einwilligungen: eine für Vorher- und Nachher-Aufnahmen zur Dokumentation des Verlaufs, eine gesonderte für Marketing und soziale Medien. Die zweite ist freiwillig, jederzeit widerrufbar und ohne Auswirkung auf die Behandlung.

Einwilligung · Von Kund:in und Behandler:in

Was die Unterschrift bestätigt: Wer unterschreibt den Bogen?

Die Kund:in bestätigt mit ihrer Unterschrift, dass die Angaben wahrheitsgemäß sind, dass sie beraten und aufgeklärt wurde, dass sie Teil 2 gelesen und verstanden hat, dass sie mindestens 18 Jahre alt ist und dass sie in die Behandlung einwilligt. Sie verpflichtet sich außerdem, Änderungen des Gesundheitszustands und neue Medikamente vor jeder weiteren Sitzung mitzuteilen.

Die Behandler:in bestätigt mit ihrer Unterschrift die Beratung und Aufklärung nach § 3 Absatz 1 Nummer 6 NiSV und die Prüfung der Fachkunde aus Fachkunde und Rechtslage. Unterschrieben wird mit Ort und Datum, Unterschrift der Kund:in, Name und Unterschrift der Behandler:in. Eine Zeile für Sorgeberechtigte gibt es nicht, weil die Behandlung Erwachsenen vorbehalten ist.

Beiblatt · Bei jeder Sitzung auszufüllen

Sitzungsdokumentation: Welche Parameter hält das Beiblatt je Sitzung fest?

Das Beiblatt ist die letzte Seite und die einzige, die nachgedruckt wird. Je Sitzung ein Block, drei Blöcke je Blatt. Mit ihrer Unterschrift im Block bestätigt die Kund:in, dass keiner der folgenden Punkte zutrifft; trifft einer zu, wird die Sitzung angepasst oder verschoben.

Vor jeder Sitzung bestätigte Punkte des Beiblatts
CodeBedingung im BeiblattFolge
F.4.1Fieber, akute Infektion oder Entzündungfrei nach Abklingen
F.4.2Haut im Feld nicht intakt, Wunde, Ausschlag oder aktiver Herpesfrei nach Abheilung
F.4.3Operation im Behandlungsfeld3 Monate
F.4.4tiefes Peeling, Dermabrasion oder Resurfacing im Feld3 Monate
F.4.5Isotretinoin eingenommen12 Monate
F.4.6Botulinumtoxin oder Filler im Feld2 Wochen, empfohlen
S.2.1neues aktives elektronisches Implantat seit der letzten SitzungBehandlung ausgeschlossen
S.2.7Schwangerschaft oder Stillzeit seit der letzten SitzungBehandlung ausgeschlossen
Z.5.1neues Metall, Implantat oder Lifting-Faden im FeldStelle aussparen

Was in einem Sitzungsblock steht

  • Sitzung Nr. und Datum
  • Programm und Parameter: Zonen, Ausgabetiefe, Frequenz, EMS-Intensität je Zone, RF-Stufe, Patch- und Neutralelektrodenlage, Dauer
  • Reaktion: keine, leichtes Erythem, Schwellung, Wärme oder abnormal mit Beschreibung
  • Unterschrift der Kund:in und der Behandler:in
  • „Forts.“, wenn ein weiteres Beiblatt folgt

Gedruckte Seitenzahlen hat das Beiblatt nicht, stattdessen ein Feld „Blatt Nr.“. So lassen sich weitere Blätter anhängen, ohne den übrigen Bogen neu zu drucken.

FAQ

Häufige Fragen zur EMS-Gesichts­behandlung

Die Fragen, die vor der ersten Sitzung am häufigsten kommen, kurz beantwortet.

  • Ist die EMS-Gesichtsbehandlung mit Herzschrittmacher möglich?

    Nein. Ein Herzschrittmacher, ein Defibrillator, ein Neurostimulator, eine Insulinpumpe oder ein Cochleaimplantat schließen die Behandlung aus, und zwar unabhängig davon, wo im Körper das Implantat sitzt. Die Gebrauchsanweisungen der Geräte dieser Modalität nennen aktive elektronische Implantate als Kontraindikation, und das Bundesamt für Strahlenschutz hält fest, dass elektrische und magnetische Felder Herzschrittmacher und andere elektronische Implantate schon unterhalb der Grenzwerte beeinflussen können.

  • Ist EMS im Gesicht bei Epilepsie erlaubt?

    Nein. Epilepsie und andere neurologische Erkrankungen wie multiple Sklerose stehen in den Gebrauchsanweisungen dieser Modalität als Kontraindikation. Warten hilft hier nicht, die Frage trägt im Bogen den Code S für Stopp.

  • Wie viele Sitzungen braucht die EMS-Gesichtsbehandlung?

    Vier Sitzungen mit zwei bis vierzehn Tagen Abstand, so steht es in der Gebrauchsanweisung der Modalität. Je Zone dauert eine Sitzung etwa 20 bis 45 Minuten. Ein Teil der Straffung ist oft direkt spürbar, der Aufbau von Muskeltonus und Kollagen entfaltet sich über Wochen. Danach folgt eine Auffrischung in größeren Abständen.

  • Ist die EMS-Gesichtsbehandlung in der Schwangerschaft erlaubt?

    Nein. Schwangerschaft und Stillzeit schließen die Behandlung aus, ebenso eine laufende künstliche Befruchtung. Die Gebrauchsanweisung der Modalität nennt die Anwendung ausdrücklich nur für Erwachsene und nimmt Schwangere und Stillende aus.

  • Kann man EMS im Gesicht mit Botox oder Filler kombinieren?

    Ja, die Verfahren sind gut kombinierbar, frische Injektate sollen aber erst einheilen, bevor Wärme und Kontraktion einwirken. Der Bogen empfiehlt zwei Wochen Abstand nach Botulinumtoxin und nach Filler. Diese Wartezeit ist als empfohlen gekennzeichnet, weil keine Gebrauchsanweisung und kein Rechtstext eine Frist dafür nennt. Mehr dazu unter Karenzfenster vor der Sitzung.

  • Wird der Hals mitbehandelt, und was ist mit der Schilddrüse?

    Behandelt wird der submentale Bereich unter dem Kinn. Die Vorderseite des Halses bleibt frei: Der Applikator darf nicht über dem Karotissinus und nicht über der Schilddrüse liegen. Ebenso ausgeschlossen sind Anwendungen über dem Auge und auf dem Augenlid, das Abdecken des Mundes, ein Stromfluss über den Scheitel und Elektroden an Brust, oberem Rücken oder das Herz kreuzend. Die ganze Liste steht unter Zonen und Applikatorlage.

  • Darf eine Kosmetikerin in Deutschland die EMS-Gesichtsbehandlung durchführen?

    Ja, mit zwei Fachkunden nach der NiSV, weil das Gerät zwei Energieformen abgibt: die Gruppe EMF-Kosmetik nach § 6 Absatz 1 für die Radiofrequenz und die Gruppe EMF-Stimulation zu kosmetischen Zwecken nach § 7 Absatz 3 für die Muskelstimulation im Gesicht und an der Halsvorderseite. Eine Trainerlizenz ist nicht nötig, die verlangt die NiSV nur für die Körperanwendung. Der Betrieb ist der zuständigen Behörde spätestens zwei Wochen vor Inbetriebnahme anzuzeigen. Details je Land unter Fachkunde und Rechtslage.

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Quellen

Woher die Regeln in diesem Bogen stammen

Stand: September 2026.

Als „empfohlen“ gekennzeichnete Wartezeiten und Anpassungen stammen aus keiner dieser Quellen.

Der Bogen und diese Seite dienen der Information und ersetzen keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Die Gebrauchsanweisung des eingesetzten Geräts geht vor; vor dem Einsatz ist die Vorlage durch eine Rechtsberatung im jeweiligen Betriebsland zu prüfen. Die fachliche und rechtliche Verantwortung liegt bei der durchführenden Behandler:in.

Den vollständigen rechtlichen Rahmen je Land zeigt Rechtssicherheit & Betreiberrecht.

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